Doping von Mehl – Enzyme

Enzyme sind in der Backindustrie ein oft genutztes Mittel. Sie beeinflussen Faktoren zu gunsten des Produzenten. Bereits winzige Mengen können sehr große Wirkungen vollbringen.

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Was sind Enzyme?

Enzyme sind sind Moleküle – zum Beispiel Proteine – die als Prozessbeschleuniger und zur Veränderung des Produktaussehens und dem Geschmack eingesetzt werden. Das Enzym Amylase kann in Mehl enthalten sein und spaltet Stärke in Zucker.

Auch in Hefe, die zur Gärung von Teig verwendet wird, sind Enzyme enthalten. Die Hefe produziert das Enzym Zymase, das Zucker in Kohlendioxid umwandelt, was dazu führt, dass der Teig aufgeht und das Gebäck eine lockerere Konsistenz erhält.

Insgesamt spielen Enzyme eine wichtige Rolle bei der Herstellung von Backwaren, da sie den Prozess beschleunigen und die Qualität des Endprodukts verbessern können.

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Wieso werden sie nicht angegeben?

Enzyme werden nicht immer in der Zutatenliste angegeben, da sie als technologischer Hilfsstoff angesehen werden und oft nicht im Endprodukt enthalten sind.

In der Regel sind Enzyme nach dem Backverfahren nicht mehr im Endprodukt enthalten, da sie bei den hohen Temperaturen im Backprozess denaturieren und ihre enzymatische Aktivität verlieren. Das bedeutet, dass die Enzyme ihre ursprüngliche Struktur und Funktion verlieren und somit nicht mehr aktiv sind.

Es gibt jedoch einige Ausnahmen, bei denen Enzyme im Endprodukt nachweisbar sein können. Dies hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, wie der Art und Menge des verwendeten Enzyms sowie den spezifischen Bedingungen des Backprozesses.

Eine Möglichkeit, wie Enzyme im Endprodukt nachweisbar sein können, ist durch die Verwendung von Enzymen, die eine hohe Stabilität bei hohen Temperaturen aufweisen. In diesem Fall können die Enzyme auch nach dem Backprozess noch aktiv sein.

Eine andere Möglichkeit ist durch die Verwendung von Enzymen, die zur Modifikation von Zutaten wie Milch oder Mehl verwendet werden. Diese Enzyme können in geringen Mengen im Endprodukt vorhanden sein und in einigen Fällen können sie auch allergische Reaktionen auslösen.

Insgesamt ist es jedoch unwahrscheinlich, dass Enzyme in nennenswerter Menge im Endprodukt nachweisbar sind.

Chemischer Aufbau und Wirkungsweise

Enzyme, die beim Brotbacken verwendet werden, gehören hauptsächlich zu zwei Klassen von Enzymen: Amylasen und Proteasen. Amylasen spalten Stärke in Zucker auf und Proteasen spalten Proteine in kleinere Teile. Die am häufigsten verwendeten Enzyme beim Brotbacken sind Alpha-Amylase, Glucoamylase, Protease und Xylanase.

Alpha-Amylase ist ein Enzym, das Stärke in kleinere Zucker-Moleküle wie Glukose abbaut. Es ist eines der am häufigsten verwendeten Enzyme beim Brotbacken und wird normalerweise aus Pilzen oder Bakterien gewonnen.

Glucoamylase ist ein Enzym, das ebenfalls Stärke in Glukose-Moleküle spaltet. Es wird oft in Kombination mit Alpha-Amylase verwendet, um die Spaltung der Stärke zu maximieren.

Protease ist ein Enzym, das Proteine Aminosäuren abbaut. Es kann dabei helfen, den Teig weicher zu machen und eine feinere Textur im Brot zu erzeugen. Es gibt verschiedene Arten von Proteasen, die von verschiedenen Mikroorganismen produziert werden.

Xylanase ist ein Enzym, das Hemicellulose abbaut, ein Bestandteil von pflanzlichen Zellwänden. Es wird oft in Kombination mit Amylasen und Proteasen verwendet, um die Textur des Brotes weicher zu machen und die Kruste knuspriger zu machen.

Die meisten dieser Enzyme bestehen aus Proteinen, die aus langen Ketten von Aminosäuren bestehen, die miteinander verbunden sind. Jedes Enzym hat eine spezifische Form, die perfekt zu einem bestimmten Molekül passt. Wenn das Enzym auf das passende Molekül trifft, passt es wie ein Schlüssel ins Schloss und setzt eine chemische Reaktion in Gang, die zur Spaltung des Moleküls führt.

Enzyme in Industriebroten

  • Emulgatoren
  • Amylasen
  • Proteasen
  • Stabilisatoren
  • Säureregulatoren
  • Backtriebmittel
  • Farbstoffe
  • Konservierungsstoffe
  • Verdickungsmittel
https://tse3.mm.bing.net/th?id=OIP.1z7ypAsH5FMDvFOZQWbw4wHaDm&pid=Api

Quellen:
https://www.oekolandbau.de/verarbeitung/produktion/verfahren/backwaren/enzyme-in-bio-backwaren/

https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Industriebrot-Enzyme-statt-Handwerkskunst,brot498.html

https://www.baeckerlatein.de/funktionelle-enzyme/

https://enzymes.bio/de/baeckerei-enzyme/

Produktionsstraße „Backen“ früher und Heute am Beispiel des Brötchens

„Ein Brötchen ist mehr als die Summe aller Krümel.“

– Deutsche Bäckerweisheit


Bibliothek der Sachgeschichten – Herstellung Brötchen: Früher – Heute (YouTube)


Schon seit tausenden von Jahren erforschen wir die Kunst des Brotbackens. Heute ist das Brot nur ein kleiner Teil unseres Frühstücks, dabei war es früher die Hauptnahrungsquelle der Bevölkerung. Nicht nur die Rolle des Brotes in unserer Kultur hat sich verändert, sondern auch die Art es Herzustellen. Auf diese Änderung werden wir in diesem Blog anhand des Brötchens eingehen.

ZeitalterMerkmale
Vorindustriell·         Handwerk (keine Maschinen)
·         Selbstgemacht zuhause
·         Steinofen mit Holz betrieben
·         Anstrengend/zeitaufwendig
Erste Einflüsse der
Industrialisierung
·       Einfluss der Technologie (erste Maschinen z.B. Brotmaschine 1960)
·         Nicht mehr zuhause
·         Bessere Öfen (Holz- / und Gasöfen)
·         Nicht mehr so anstrengen/zeitaufwendig
Heute·         Maschinen (kaum Handarbeit)
·         Kaum handarbeit/tradition
·         Jedes Brot ist identisch (Serienproduktion)
·         Einfluss der Biochemie (Enzyme)

Traditionelles Backen geht verloren

In dieser Tabelle lässt sich erkennen, dass die Art und Weise Brot zu backen sich über die Jahrhunderte sehr verändert hat. Besonders hervorhebenswert ist, dass die Technologie heute so weit in den Prozess des Backens integriert wurde, dass ein Backen ohne Maschinen, Enzyme und High-Tech Öfen in den großen und kleinen Betrieben nicht mehr zu denken ist.


SWR: Billige Brötchen-Die Spur der Teiglinge 2/3

Die Reportage „Billige Brötchen-Die Spur der Teiglinge 2/3“ bietet uns einen Einblick in die Arbeitswelt  eines Bäckermeisters und zeigt auch die Konkurrenz: die Großindustrie.

siehe den Beitrag: https://sophieschollschulgarten.com/2017/07/16/billige-broetchen-die-spur-der-teiglinge/


Backen früher und heute

Hefebackwaren-Grundrezept

Hefe selber machen - Fränkische Rezepte ❤️ Rezepte, Tipps & Geschichten aus  Franken

Hefebackwaren-Grundrezept

Einleitung zum Hefeteig:

Hefeteig ist ein echter Alleskönner und bildet die Basis für Blechkuchen, Sonntagsbrötchen und Zimtschnecken.

Zucker braucht die frische Hefe, um aktiv zu werden. Alle Zutaten miteinander zu einem glatten Teig verkneten und an einem warmen Ort gehen lassen. Die ideale Temperatur liegt zwischen 32 °C und 37 °C. Nur dann kann der Hefeteig optimal aufgehen.

Mit dieser Grundrezept gelingt der Hefeteig mit frischer Hefe garantiert. Es braucht nicht viel, um einen Hefeteig selbst zu machen: Mehl, Milch, Butter, Eier, Hefe und etwas Zucker.

Vorsicht: Wenn die Temperatur zu hoch ist, stirbt die Hefe ab. Wenn sich der Hefeteig sichtbar vergrößert hat, diesen nach Rezept weiterverarbeiten.

https://www.brigitte.de/rezepte/backen/rikes-backschule–hefeteig-10096060.html

Grundrezept – Hefeteig

  • 200ml Milch
  • 125 g Butter oder Margarine
  • 500 g Weizenmehl
  • 1 Würfel Dr.Oetker Frische Hefe
  • 60g Zucker
  • 1 Pck. Dr. Oetker Vanillin-Zucker oder Bourbon Vanille-Zucker
  • Salz
  • 2 Eier (Größe M)

Zubereitung

Wie backe ich einfachen Hefeteig mit frischer Hefe?

Vorbereiten

1.Milch erwärmen und Butter oder Margarine darin zerlassen.

Hefeteig mit frischer Hefe

2.Mehl in eine Rührschüssel geben. Frische Hefe darauf bröckeln.

3.Übrige Zutaten und die Milch-Fett-Mischung hinzufügen und alles mit einem Mixer (Knethaken) kurz auf niedrigster, dann auf höchster Stufe in etwa 5 Min. zu einem glatten Teig verarbeiten.

4.Teig zugedeckt an einem warmen Ort so lange gehen lassen, bis er sich sichtbar vergrößert hat. Inzwischen Form vorbereiten, z. B. Backblech fetten. Backofen vorheizen.

5.Hefeteig auf leicht bemehlter Arbeitsfläche noch einmal kurz durchkneten. Den Hefeteig nach Rezept weiterverarbeiten.

https://www.oetker.de/rezepte/r/grundrezept-hefeteig-mit-frischer-hefe

Was ist eigentlich Hefe? 

Egal ob Pizza, Brot, feines Gebäck oder ein saftiger Obstkuchen… All die Leckereien haben eine Gemeinsamkeit: ihre Grundlage ist häufig ein Hefeteig. Wir verwenden Hefe als Basis vieler unserer Backwaren, wodurch sie aus der Küche gar nicht mehr wegzudenken ist. Doch was ist eigentlich Hefe? 

Hefe ist ein natürlicher und lebender Mikroorganismus. Hefen sind einzellige Pilze, die in ihrer Wildform überall in der Natur vorkommen. Ein Gramm Backhefe enthält bis zu 10 Milliarden Hefezellen. Dieser lebende Organismus wird von uns als Gär- und Triebmittel für die verschiedensten Sorten von Gebäck verwendet. Das, was die Hefe in unserem Teig macht, nennt sich Fermentation. Sie verwandelt Zucker zu Stoffen wie Kohlenstoffdioxid oder Alkohol. Dies wiederum führt zur Entwicklung von Gasen, welche daraufhin bewirken, dass der Teig aufgeht. In ihrer Funktion als Gär- und Triebmittel bildet die Hefe also winzige Gasbläschen im inneren des Hefeteigs, wodurch sie ihn im wahrsten Sinne unglaublich luftig macht.

Zudem sind Hefezellen arm an Fett und Kohlenhydraten aber reich an Eiweiß sowie Ballast- und Mineralstoffen. Die Hefe macht den Teig also nicht nur besonders locker und sorgt für das besondere Aroma, sondern verbessert durch ihre Inhaltsstoffe in geringem Maß auch den Nährwert des Gebäcks.

Allerdings ist die Backhefe sehr empfindlich, viele Einflüsse können den Prozess der Fermentation stören und somit zum Misslingen unseres Teigs führen. Daher solltest du auf deinen Hefeteig immer gut Acht geben. 

Brioche ist das französische Pendant zum deutschen Hefezopf

Eine Brioche (ausgesprochen: Briiosch) ist ein nur leicht gesüßtes, weiches Hefegebäck und das französische Pendant zum deutschen Hefezopf. Sie enthält jedoch deutlich mehr Butter und ist daher unfassbar flaumig und zart.

Eine richtig gute, lockere Brioche selber zu backen ist nicht schwer. Das Geheimnis für das Gelingen ist das lange Kneten. Diese Zeit muss man sich wirklich nehmen für das perfekte Ergebnis, aber der Aufwand lohnt sich – du wirst es sehen und schmecken!

Brioche / Geflochtener Brioche-Zopf

Frisch gebackenes Brioche: am liebsten noch warm zum Frühstück

Magst du Brioche am liebsten ganz frisch und noch warm zum Frühstück? Dann kannst du den Teig auch schon am Vorabend vorbereiten und ihn über Nacht langsam im Kühlschrank gehen lassen. Am Morgen brauchst du nur noch die Kugeln zu formen und sie in die gebutterte Kastenform zu schichten. Der Teig ist direkt aus dem Kühlschrank relativ fest, das ist o.k., so lässt er sich sogar noch leichter formen.

Die Form mit den Teigkugeln schiebst du dann, ohne dass sie nochmals gehen müssen, in den kalten! Ofen und backst deine Brioche. (Vergiss aber nicht, kaltes Wasser in das untere Blech zu gießen). Und in ca. 40-45 Minuten hast du eine herrlich fluffige, buttrige Brioche. Noch warm aus dem Ofen mit etwas Butter oder Konfitüre bestrichen – ein luftiger französischer Frühstückstraum!

Brioche schmeckt auch in der herzhaften Variante

Nicht nur mit Konfitüre schmeckt die Brioche klasse, für die herzhafte Variante belegst du die aufgeschnittenen Scheiben mit Schinken, Käse oder Lachs. Außerdem ist Brioche die perfekte Begleitung zu Leberpastete.

Falls noch Reste übrig sind, kannst du herrliche „Arme Ritter“ daraus backen. Dafür die Scheiben durch süße Eiermilch ziehen und anschließend goldbraun in der Pfanne backen. Ein Traum!