Lehmbackofen

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Dieses Projekt wurde dankenswerterweise mit Mitteln des Arbeitskreises der Senatsverwaltung Berlin „Grün macht Schule“ finanziert.
Um das Projekt realisieren zu können, sind mehrere Treffen sowohl mit Herrn Borchardt und Herrn Rösener nötig. Herr Borchardt hat schon mehrere Lehmöfen im Tiergarten-Süd gebaut und ist der Hauptansprechpartner. Über ihn wird es möglich, das Projekt aus Mitteln des Fonds „Grün macht Schule“ zu finanzieren. Er begleitet das gesamte Projekt mit seinem fachmännischen Know-how und seinem persönlichen Einsatz bei der Arbeit wie auch im Umgang mit den Schülern. Mit seiner ruhigen Art versteht er es wunderbar, die Schüler bei der Arbeit zu motivieren und stets mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Herr Rösener ist Ofenbauer und liefert dankenswerter Weise die nötigen fachlichen Grundlagen, Pläne und Anweisungen. Durch seine Beratung wird es möglich, den Ofen auch wirklich fachmännisch gerecht zu entwerfen, planen und zu bauen, sowie Materialien kostengünstig einzukaufen. Die Pläne werden tw. von mir überarbeitet und neugezeichnet um sie den speziellen Gegebenheiten anzupassen.

Arbeitsorganisation

Das Projekt umfasst mehrere Bereiche:

  • Urban gardening
  • Renovierung der Gartenhütte
  • Bau des Lehmbackofens

Die Organisation des Projekt in 3 Unterbereiche ermöglicht es, dass alle Kinder der Gruppe ständig mit in ihrem jeweiligen Bereich liegenden Aufgaben beschäftigt sind, ein „Rumstehen“, weil gerade keine Arbeit verfügbar ist, kann somit vermieden werden.

Die Kinder organisieren selbständig in ihren Gruppen die Arbeit entsprechend der anstehenden Aufgaben. Die Gruppe um den Lehmbackofen wird speziell von Hr. Borchardt betreut: er leitet den Aufbau des Ofens gibt die entsprechenden Anweisungen und Tipps, betreut und unterstützt die Kinder bei den entsprechenden Arbeitsschritten. Vorrangiges Ziel ist, v.a. Die Kinder die notwendigen Arbeiten ausführen zu lassen, sie dabei zu führen ohne all zusehr einzugreifen. Herr Borchardt erfüllt diese Aufgabe mit einer optimalen Mischung aus Know-how, Geduld und Anweisungsgeschick. Dies ermöglicht ein Arbeiten auf einem professionell sehr hohem Niveau ohne gleich selbst Profi sein zu müssen.

Die für die Renovierung der Hütte anstehenden Arbeiten umfassen

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  • das Abschleifen der Außenseite der Hütte um sie neu streichen zu können.
  • Reparaturarbeiten am Dach: Auswechseln der Pappe, neue Umrandungen an den Firsten
  • Reparaturarbeiten an der Tür, Einbau eines neuen Schlosses.
  • Anstreichen der Hütte in von den Schülern selbst gewählten Farben: Schwedenrot und Weiß.

Eine weitere Gruppe von 4-6 Personen kümmert sich um den Garten, wo folgende Tätigkeitein angefallen sind:

  • Salatsetzlinge in den freien Beeten einpflanzen.
  • Jäten
  • Kompost bearbeiten
  • Blumen und Kräuter umtopfen
  • Bewässerungsanlagen installieren: um den Garten auch während der Ferien betreuen zu können, ist es notwendig, eine Sprenkelanlage zu installieren.

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Pläne, Skizzen und Entwürfe

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Das Fundament

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Um das Fundament gießen zu können, musste ein Loch mit den Maßen 200x150x15cm ausgehoben werden. Die Schüler achteten dabei v.a. Auch darauf, das Loch möglichst eben zu bekommen, sollte doch die Oberfläche des Fundament einigermaßen waagrecht sein.

Nach getaner Arbeit bauten die Schüler einen Rahmen mit den entsprechenden Maßen, der als Schalung dienen sollte und legten das Loch damit aus. Auch hier wurde genau darauf geachtet, dass die Schalung möglichst waagrecht gelegt wurde.

Um später ein Dach über den Lehmbackofen bauen zu können, werden zusammen mit dem Fundament auch Halterungen für die Kantstäbe des Dachs eingebaut. Das Gießen selbst ist in erster Linie „Mischarbeit“. Zwei Gruppen mischen den Estrichbeton an, die andere Gruppe verteilt den Beton gleichmäßig innerhalb der Schalung.

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Der Sockel

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Der Sockel besteht zum Großteil aus Gasbetonsteinen, der Einfachheit halber wurde er voll gemauert. Um zu verhindern, dass die Steine zu viel Wasser saugen, werden die Steine auf eine Unterlage bestehend aus normalen Ziegelsteinen, gesetzt. Darüber wird eine Plastikplane gelegt um das Saugen von Wasser durch die Gasbetonsteine zu unterbinden.

Auf diese Unterlage werden zwei Lagen Steine gelegt, sodass ein Sockel mit der Gesamthöhe von ca. 50 cm entsteht. Gasbetonsteine sind leicht zu schnmeiden und zu bearbeiten, sie brechen aber auch leicht, daher wird das Sockel mit Bruchstücken und Putzmörtel ausgebessert und anschließend verputzt, sodass eine annähernd glatte Oberfläche entsteht.

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Das Gewölbe

Der wohl schwierigste und komplizierteste Teil ist das Aufbauen des Gewölbes. Grundvoraussetzung ist, dass das Gewölbe vorher planerisch richtig berechnet wird. Dazu ist es notwendig, genaue Pläne bzgl. Rundung und Tiefe zu anzulegen, denn sie entscheidend darüber, welche Dimensionen die Schablone, über die das Gewölbe gebaut wird, haben wird.

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Die Schablone wird über zwei halbkreisförmig ausgeschnittene Platten, die durch Gewindestangen in den richtigen Abstand zueinander gebracht werden, aufgebaut. Dazu wird eine dünne Sperrholzplatte (3mm) vorsichtig über die Rundung gelegt und anschließen festgeschraubt bzw. -genagelt. Um Ausbuchtungen der Schablone entlang der Längsseite zu verhindern, werden zusätzlich Kanthölzer innen zu Verstärkung angebracht und an der Platte festgenagelt.

Für das Gewölbe werden Schamottsteine benötigt. Entlang des Gewölbebeginns wird eine Schicht Steine gelegt, darauf wird dann das Gewölbe aufgesetzt. Das Bindemittel für die Schamottsteine ist der Lehm, ein Gemisch aus Sand, reinem Lehm und Wasser. Diese Masse muss sehr gut gemischt werden und die Konsistenz von Ton haben, dann ist er ideal zum Verarbeiten. Das Mischverhältnis hängt von der jeweiligen Mischung ab, in unserem konkreten Fall wird ein fertig gemischter Lehm speziell für den Ofenbau mit ca. der 1,2-fachen Menge an Sand abgemagert und mit Wasser versetzt bis eben jene Ton ähnliche Masse entsteht.

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Reihe für Reihe wird von unten nun das Gewölbe versetzt aufgebaut, die letzte Reihe erfordert meist ein Schneiden der Ziegel, damit das Gewölbe optimal geschlossen werden kann.

Ist das Gewölbe fertig aufgebaut, kann auch schon die Schablone herausgenommen werden. Damit dies möglich ist, wurde sie auf Keile gesetzt, die nun entfernt werden. Dadurch „fällt“ die Schablone ca. 3cm nach unten und kann vorsichtig herausgezogen werden, das Gewölbe ohne Vorder- und Rückseite ist fertig.

Um den Innenraum des Ofens abzuschließen, muss der Boden mit Schamottsteinen ausgelegt werden. Diese Steine werden in ein Sandbett gelegt, zwischen den Steinen ist kein Zwischenraum sie liegen sozusagen „knirsch“ und locker im Sand.

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Das Einsetzen der Ofentür

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Abhängig von der Ofentur wird mittels Eisenwinkel die Tür im Gewölbe und im Boden verankert und anschließend mit einem Spezialkleber eingemauert. Aus den Steinen, wo die Haken eingemauert werden, müssen die entsprechenden Vertiefungen heraus geflext werden, eine Arbeit, die höchste Präzision erfordert. Um die Vorderwand endgültig schließen zu können werden zwei Steine passend zurecht geschnitten und mit Lehm links und rechts der Tür eingesetzt. Ist die Vorderseite fertig gemauert kann die Rückwand geschlossen werden.

Da der Ofen auch einen Kamin benötigt, wird in der Rückwand ob ein Loch von ca. 25x25cm gelassen, dort kann dann der Rauch in den Kamin entweichen. Der Ofen als solcher ist somit fertig, es fehlt aber noch etwas ganz Wichtiges: die Isolierschicht um das Gewölbe herum.

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Lehm und Stroh zum Isolieren

Damit später die Hitze möglichst optimal gehalten werden kann, wird der Ofen außen mit einer ca. 15cm dicken Lehm-Strohschicht umhüllt. Dem Lehm wird soviel fein geheckseltes Stroh beigemengt, dass die Masse noch bindet. Je mehr Stroh umso besser isoliert die Masse.

Schicht für Schicht wird nun diese Masse aufgetragen. Dazwischen ist es notwendig immer wieder zu warten, da sonst die Masse nach unten abrutscht. Die Oberfläche kann abschließend mit einer reinen Lehmschicht überzogen werden, so wird sie fein und glatt.

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Der Kamin

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Der Kamin benötigt eine Höhe von mindestens 150cm, außen ist er ca. 50x50cm groß, das entspricht einer Anzahl von 6 Ziegelsteinen pro Reihe. Der Kamin wird mit handelsüblichem Mörtel gemauert, zu Beginn wird eine Kaminklappe eingebaut, dann wird Reihe für Reihe aufgesetzt bis die Höhe von ca. 150cm erreicht ist.

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Das Dach

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Wie schon eingangs erwähnt, wurden 4 Halterungen für Kanthölzer eingebaut. Sie tragen das Dach, das in erster Linie dazu dient, dass der Lehmbackofen nicht nass wird, da ansonsten Risse entstehen würden. Verstrebungen machen die Pfeiler stabil, als Abdeckung dienen Multiplexplatten mit einer Stärke von 15mm. Um das Dach dicht zu bekommen werden die Stöße der beiden Platten mit einem speziellen Abdichtband abgedichtet, das gleiche Verfahren wird rund um den Kamin angewendet. Der Ofen ist nun vor Regen geschützt, dem Backen steht nichts mehr im Wege außer dem sogenannten „Anheizen“.

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Das Anheizen des Ofens

Damit keine Risse entstehen, muss der Ofen vorsichtig angeheizt werden. Innerhalb einer Woche wird jeden Tag der Ofen ca. 1-2 Stunden beheizt bis er vollsndig ausgetrocknet ist, denn erst dann behält er auch wirklich das Optimum an Hitze. Lesen Sie dazu einen Emailauszug unseres technischen Beraters, des Ofenbauers Henning Rösener, der das gesamte Projekt fachlich mitbetreute.

Hallo Ofenbauer,
sieht gut aus, prima! Schön, dass ihr es geschafft habt, die Schüler mit rein zu kriegen. Und danke für die ersten Bilder! Bitte noch den Endzustand eures Bauwerks, mit erster Pizza? Eure Mannen und Manninen dabei?
Denk an das Trockenheizen: 7 Tage 1x pro Tag (oder paar mal am Tag, aber dann mit Abkühlpausen dazwischen) ein kleines Feuer im Ofen machen
(1 – 2 kg ?), dass der Lehm trocknet, ohne heiß zu werden. 5. und 6. Tag doppelte Menge Holz. 7.Tag kräftiges Feuer. Luftzufuhr-Schieber 7 Tage offen lassen, sodass Luft zum Trocknen durch den Ofen strömen kann
Dann zum Backen etwas dickeres Holz (Bretter o.ä.) Backraum ca.2/3 voll(?).
Wenn keine gelben Flammen mehr vorhanden, Luftklappe schließen, dass Wärme möglichst im Ofen bleibt. 2…3 (?) h warten, dass Wärme sich im Ofen verteilt, die Temperaturspitzen verschwinden. Dann Backraum ok zum Backen?
Wenn noch zu heiß, warten. Wenn zu kalt, muss mehr Holz verfeuert werden, evtl. mit 1x Nachlegen, wenn das erste weitgehend runtergebrannt ist…
Probieren und beobachten…

Gutes Gelingen!

(Emailauszug v. 19. Juni 2013: Henning Rösener, Ofenbauer)

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Grillen

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Zum Abschluss des Projekts wird gegrillt. Die Schüler/ -innen bringen alle etwas mit, eine Gruppe kümmert sich um das Feuer, Kartoffel werden in Folie gewickelt, als Beilage dient frischer Salat direkt aus dem Garten dazu gibt es selbst gemachte Marinade.

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Projektleitung: Leopold Kneidinger

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